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Clusterfeeding: Wenn Dein Baby einfach nicht satt wird

Du fühlst Dich als wärst Du ein Kühlschrank, der rund um die Uhr geöffnet hat? Dein Baby hat sein Essverhalten der kleinen Raupe Nimmersatt angepasst? Dann haben wir die Erklärung für Dich: Clusterfeeding.

Was das ist und wie Du am besten damit umgehst, erklären wir Dir.

Was ist Clusterfeeding?

„To cluster“ bedeutet Anhäufung, „feeding“ heißt füttern. Also: Dein Baby hat oft und viel Hunger. Es könnte rund um die Uhr an Deiner Brust trinken oder die Flasche verlangen.

Wenn Dein Kind grade erst getrunken hat, aber gleich wieder an die Brust will, ist das erstmal nichts ungewöhnliches. Aber wenn dieses Verhalten regelmäßig und in immer kürzeren Abständen auftaucht, hast Du wahrscheinlich ein Cluster-Baby. Grade bei Neugeborenen wird dieser Begriff häufig verwendet.

Insbesondere Abends macht sich Clusterfeeding bemerkbar. Dein Schatz trinkt, als wäre morgen die Muttermilch leer und es müsse sich noch Reserven anhäufen.

In den meisten Fällen hast Du genug Milch und Du machst auch nichts falsch. Es ist einfach ein spezielles Verhaltensmuster Deines kleinen Schatzes.

Warum clustern Babys überhaupt?

Vorweg: Clustern ist normal und es gibt keine Vorgabe, wie oft oder selten ein Baby den Drang haben sollte, an die Brust zu wollen. Solange das Neugeborene genügend Milch aufnimmt und auch nicht über seinen Durst trinkt, solltest Du Dir zunächst keine Gedanken machen.

Trotzdem kann es anstrengend werden sich das Baby quasi pausenlos anzulegen. Denn viele Kindern gefällt es abends, lange und oft an die Brust geführt zu werden. Auch am Tag sind viele Babys begeisterte Vieltrinker.

Cluster-Babys schlafen beim Stillen oft ein und wollen nach dem Aufwachen wieder an die Milch. Die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind kurz und die Nahrungsaufnahme wird ständig wieder aufgenommen.

Clusterfeeding beruhigt nach einem stressigen Tag

Dein Baby wird gegen Abend meist unruhiger, weil es die Eindrücke, die es über den Tag verteilt bekommen hat, verarbeiten muss. Bei Mama bekommt es die nötige Nähe, Sicherheit und Ruhe, um sich wieder zu fangen.

Babys haben ein Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit. Durch das Nuckeln und die Nahrungsaufnahme, wird dieses Verlangen gestillt und das Kind kann beruhigt in den Schlaf fallen.

Die Milchbildung wird angeregt

Wenn die Brust oft geleert wird, produziert sie hinterher mehr Milch nach. Wenn die abendliche Stillroutine ausgedehnt wird, ist am nächsten Morgen genügend Milch vorhanden. Babys wissen evolutionär bedingt, wie sie sich ihre nächste Mahlzeit sichern können.

Durch das Stillen wird das Hormon Prolaktin angeregt, das für einen langfristig milchfördernden Effekt sorgt. Das kann innerhalb weniger Tage oder Wochen geschehen. Einem Milchstau wird ebenfalls so vorgebeugt.

Wird Milch abgepumpt, kannst Du auch vom Clusterfeeding profitieren, da es genauso die Produktion anregt, wie wenn Dein Neugeborenes an Deiner Brust saugt.

Babys haben einen kleinen Magen

Hast Du Dich schonmal gefragt, wie groß oder klein der Magen Deines kleinen Würmchens ist? Hier ist die Antwort:

  • Tag der Geburt: Größe einer Kirsche
  • Drei Tage nach der Geburt: Walnussgröße
  • Nach einer Woche: Größe eines Eies
  • Nach einem Monat: Vergleichbar mit einer Aprikose

In nur 90 Minuten schafft es die Muttermilch, vom Mund durch den Magen-Darm-Trakt zu fließen und wieder ausgeschieden zu werden.

Die Magenfüllung ist aber der größte Hinweisgeber für den Körper, wann er keinen Hunger mehr hat.

Dein Kind treibt euch abends durch den Stillmarathon, damit es seinen Magen vollständig mit Milch füllen kann. So muss weder Dein Baby, noch Du nachts jede Stunde auf, um die Nahrungsaufnahme zu sichern.
Ein paar Stunden Schlaf am Stück sind so sicher gestellt.

Clusterfeeding im Überblick

Dauerstillen ist anstrengend – keine Frage. Aber so gönnt ihr beide euch vielleicht in der Nacht mal ein paar Stunden Schlaf.
Außerdem fördert es die Bindung zwischen Dir und Deiner kleinen Raupe. Das Kind fühlt sich geborgen und Du kannst seine Nähe genießen.

Wie lange dieses Phänomen auftritt, kann man nicht sagen. Um beispielsweise die Milchproduktion anzukurbeln reichen wenige Tage – aber vielleicht gehört Dein Kind auch zu der Fraktion Kinder, die es genießen durchgehend gestillt zu werden. So kann es passieren, dass es sich wochenlang seine Milch einfordert.

Irgendwann hört dieses Muster auch auf und Du hast Deinen Körper wieder ein wenig mehr für Dich.

FAQ – Clusterfeeding

Wunde Brustwarzen durch Clusterfeeding – was kann ich tun?

Stillhütchen oder etwas Wollwachs helfen Dir enorm. Auch Kohl der mit Quark beschmiert ist, kann angenehm wirken.

Muss ich zufüttern, wenn mein Baby clustert?

Nein, Dein Kind bekommt genügend Milch. Es hat nur aus genannten Gründen häufiger das Bedürfnis trinken zu wollen.

Ab wann beginnt Clusterfeeding?

Die meisten Babys clustern direkt am Anfang oder in den ersten Tagen. Sie bereiten sich auf die nächsten Tage und Wochen vor und sorgen für die Milchproduktion.
Viele Kinder können aber auch später anfangen zu clustern. Gründe sind Entwicklungsschübe oder Umstellungen im Alltag.

Quellen