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Habe ich ein High Need-Baby? Wir zeigen Dir 7 Anzeichen

Dass Babys weinen, um sich mitzuteilen ist kein Geheimnis. Doch High Need-Babys schreien oft besonders laut und ausdauernd. Sie sind launisch und brauchen viel Aufmerksamkeit. Ob Du ein High Need-Baby hast, erfährst Du hier.

Was ist überhaupt ein High Need-Baby?

Stillen, wickeln, tragen: Als Mutter oder Vater bist Du rund um die Uhr im Einsatz und versuchst Deinen kleinen Engel wunschlos glücklich zu machen. Gerade die ersten drei Monate sind anstrengend und erfordern viel Geduld.

Viele Eltern stoßen schnell an ihre Grenzen und sind überfordert. Man könnte doch meinen, dass es jedem, der ein Baby hat, so geht. Doch was, wenn Dein Kind besonders viele Bedürfnisse und Ansprüche hat?

Der Begriff des High Need-Babys wurde von dem amerikanischen Kinderarzt Dr. William Sears erfunden.
Er stellte damals fest, dass das vierte seiner acht Kinder besonders viel von seinen Eltern verlangte.
Seitdem hilft er Eltern, die auffällig aufmerksamkeitsbedürftige Kinder haben und versucht die Bezeichnung in Medizinerkreisen immer mehr bekannt zu machen.
Wir nennen Dir 7 Verhaltensweisen, die Dein Nachwuchs an den Tag legt, wenn er ein High Need-Baby ist.

7 Anzeichen für ein High Need-Baby

Was sind nun die typischen Anzeichen eines High Need-Babys? Da gibt es so einige, die zunächst nicht sehr auffällig erscheinen:

Unzufriedenheit

Dein Baby ist gewickelt, satt und ausgeschlafen. Doch trotzdem weint es kontinuierlich, ist unzufrieden und wechselt stetig seine Launen?

Gestern war die Rassel noch das Lieblingsspielzeug, heute wird sie weggeworfen und verabscheut?
Ein typisches Anzeichen für ein High Need-Baby.
Eltern stoßen so durch Ratlosigkeit an ihre Grenzen, sie wissen oft nicht mehr was richtig und falsch ist.

Selbstregulation

Die meisten Kinder sind in der Lage sich ab einem gewissen Alter selbst beruhigen.
Bei High Need-Babys fehlt diese Kompetenz. Ihnen reicht es nicht am Daumen zu nuckeln, sie brauchen ihre Eltern, um sich zu entspannen. Meist dauert das extrem lange und fordert vollen Körpereinsatz von den Elternteilen.

Lautes und häufiges Schreien

High Need-Babys verkrampfen wenn sie Schreianfälle bekommen und fordern enorm viel Aufmerksamkeit und Liebe von ihren Eltern, um sich wieder zu beruhigen. Auch wenn Dein Kind größer wird und sprechen kann, wird es seinen Unmut kundtun.

Extrem lange Einschlafdauer

Durch das ständige unter Strom stehen, kommt Dein Baby schlecht in den Schlaf.
Es dauert meist eine Ewigkeit und bedarf viel Geduld, um Deinen Schatz zum Schlafen zu bekommen.
Auch hier schafft es nicht sich selbst zu beruhigen und braucht Dich jedes Mal als Unterstützung.
Es schafft es auch erst ab einem Alter von ca. drei Jahre durchzuschlafen, da es bei jedem kleinsten Geräusch aufwacht. Durch Schlafmangel kann Dein Kind, das sowieso schon sensibel auf äußere Reize reagiert, noch gereizter werden und ihr befindet euch in einem Teufelskreis.

Körperlich aktiv

High Need-Babys sind oft sehr unruhig und immer in Bewegung. Selbst wenn Dein Schatz still liegt, bewegt er seine Augen oder Hände und steht somit durchgehend unter Strom. Durch den ständigen Bewegungsdrang, überspringen die Kinder häufig Entwicklungsschritte. Sie können vom Liegen direkt ins Sitzen übergehen, ohne vorher das Krabbeln oder Rollen geübt zu haben.

Überdurchschnittliches Stillen

Dein Kind hat nicht nur oft Hunger, sondern versucht, durch das Verlangen nach der Brust, Nähe und Liebe von Dir einzufordern. So sind zwar zwei Bedürfnisse auf einmal gestillt, aber es kann anstrengend für Dich und Deinen Körper sein, das Kind so oft zu füttern.

Stark elternbezogen

Dein Kind fremdelt sehr früh und ist meist nur auf Dich und Deinen Partner fixiert.
Hausarbeit und Zeit zu zweit ist schwierig, da Dein Kind nicht von Dir ablassen kann und nicht begeistert von anderen Aufpassern ist.

Noch schwieriger wird es, wenn Du Dein Kind irgendwann zur Eingewöhnung in den Kindergarten bringen willst. Es wird nach seinen Eltern verlangen und sich nur schwer und langsam von Dir lösen können.

Wie geht man mit einem High Need-Baby um?

Wenn Du Dich und Dein Kind nun wiedererkannt hast und Dir sicher bist, dass Du ein High Need-Baby hast, dann bist Du schonmal einen Schritt weiter. Viele Eltern wissen nicht, dass die Forderungen ihres Kindes von normalen Verhaltensweisen abweichen.
Die Erkenntnis kann Dir jedoch helfen damit umzugehen und die Ursache für den hohen Arbeitsaufwand mit Deinem Baby festzustellen.

Was Du tun kannst, ist erstmal Deine Grenzen zu kennen und Dir eventuell Hilfe zu holen.
Wenn Du nicht gesund bist, kannst Du nicht für Dein High Need-Baby da sein und auch später wird Dein Kind diese Charakterzüge weiterhin besitzen. Du musst versuchen gemeinsam mit Deinem Baby einen Weg zu finden.
Neben Deinem Hausarzt oder Hebamme, kannst Du Dir Hilfe beim Jugendamt holen. Sie nehmen Dir Dein Kind nicht weg, sondern unterstützen Dich bei Deiner seelischen und körperlichen Not.

Auch wenn Du kraftlos bist, solltest Du direkt reagieren, wenn das Kind schreit, damit es sich nicht hochschaukelt und später gar nicht mehr beruhigen kann. Durch Deine schnelle Hilfe spürt Dein Kind die Sicherheit, die es braucht.
Zudem kannst Du es im Ehebett schlafen lassen, so hat es immer Deine Nähe und schläft besser.
Es kann helfen den Alltag noch mehr zu strukturieren und feste Rituale zu haben.

High Need-Baby im Überblick

Da das Fordern von Aufmerksamkeit etwas ist, was Dein Kind so in sich hat, kannst Du es nicht abtrainieren.
Also musst Du versuchen euren Alltag für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Dein Kind mag keine Veränderungen, da es hochsensibel und mit neuen Reizen schnell überfordert ist.

Besonders am Anfang ist ein High Need-Baby anstrengend. Es wird diese Charaktereigenschaften zwar nicht ablegen, aber im Alter werden die Symptome wahrscheinlich etwas abschwächen.

Probiere die oben genannten Tipps aus – vielleicht reagiert Dein Kind positiv darauf.
Wenn Du wirklich nicht mehr weiter weißt, ist es ratsam professionelle Hilfe zu suchen.

FAQ – High Need-Baby

Hat mein High Need-Baby ADHS?

ADHS und das High Need-Syndrom sind deutlich abzugrenzen, auch wenn teilweise ähnliche Symptome auftreten.

Wie entsteht der hohe Aufmerksamkeitsbedarf eines Babys?

Die Antwort dazu ist unklar, aber man geht davon aus, dass es bereits in den Genen der Kinder verankert ist. Zudem können schwere Geburtserfahrungen dazu beitragen, dass ein Kind ein High Need-Baby wird.

Was, wenn mein High Need-Baby die Kita verweigert?

Überlege Dir, ob eine Tagesmutter passender für Dein Kind ist. So kann es sich in einer kleineren Gruppe an eine Bezugsperson gewöhnen.

Quellen