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Kümmelzäpfchen: Wie sie wirken

Schmerzen und schlaflose Nächte – wenn ein Baby oder Kleinkind Blähungen hat, kann das für die ganze Familie belastend sein. Manche Eltern greifen gerne zu Kümmelzäpfchen, die da Abhilfe schaffen sollen. Aber wie wirken sie? Und kannst Du Deinem Baby guten Gewissens Kümmelzäpfchen verabreichen? Das erfährst Du hier.

Wie werden Kümmelzäpfchen verwendet?

Kümmelzäpfchen sind eine Form der Medikamenten-Anwendung, die verwendet wird, um Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts und der Harnwege zu behandeln. Sie bestehen aus einer Substanz namens Carum carvi, die aus den Samen des Kümmelstrauchs gewonnen wird.

Kümmelzäpfchen werden rektal (durch den After) verabreicht und gelangen so direkt in den Darm, wo sie ihre Wirkung entfalten können. Ein Vorteil der Anwendung von Kümmelzäpfchen ist, dass die Wirkstoffe direkt an der Stelle wirken, an der die Beschwerden auftreten, anstatt von der oralen Einnahme, dass die Wirkstoffe erst durch den Magen-Darm-Trakt wandern müssen, bevor sie die betroffene Stelle erreichen.

Kümmelzäpfchen bei Babys

Kümmelzäpfchen sind nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder ab dem Alter von drei Jahren und für Babys verfügbar. Für Babys gelten sie besonders während der gefürchteten Dreimonatskoliken als beliebtes Mittel.

Dreimonatskoliken sind ein häufiges Phänomen bei Neugeborenen, bei dem sie unerklärliche und anhaltende Schreianfälle haben. Diese Schreianfälle treten in der Regel ab dem Alter von drei Wochen auf und klingen im Alter von drei Monaten ab. Sie können für das Baby und die Eltern sehr belastend sein und können zu Schlaflosigkeit, Unruhe und Stress führen.

Die genauen Ursachen der Dreimonatskoliken sind nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass sie auf eine Kombination von Faktoren wie einer unausgeglichenen Darmflora, einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln bei Stillenden und Entwicklungsproblemen im Magen-Darm-Trakt des Babys zurückzuführen sind. Genau deswegen sollen Kümmelzäpfchen hier helfen.

Wie wirken Kümmelzäpfchen?

Kümmel ist ein Gewürz, das auf der ganzen Welt in Gerichten verwendet wird. Manche haben Schwierigkeiten mit dem intensiven Geschmack, aber seine Auswirkungen auf die Verdauung sind seit Jahrtausenden bekannt. In Kohlgerichten ist es eine beliebte Zutat, um die blähende Wirkung des Gemüses zu kompensieren. Auch die medizinische Anwendung konzentriert sich auf den Magen-Darm-Trakt.

Kümmelzäpfchen sollen durch die enthaltenen ätherischen Öle wirken, insbesondere durch das Carvon. Diese ätherischen Öle haben entkrampfende und entzündungshemmende Eigenschaften, die helfen können, die Darmmuskulatur zu entspannen und die Darmpassage zu beschleunigen. Sie können auch die Schmerzempfindlichkeit im Bereich des Magen-Darm-Trakts reduzieren. Dies kann helfen, Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen und Bauchschmerzen zu lindern.

Die üblichen Präparate an Kümmelzäpfchen, die für die Anwendung bei Kleinkindern und Babys erhältlich sind, sind homöopathische Medikamente. Das bedeutet, dass sie keine nachweisbare Menge an Wirkstoffen enthalten. Ob es also tatsächlich das Kümmelzäpfchen ist, dass im Zweifelsfall wirkt, oder die elterliche Liebe und Fürsorge, ist also nicht klar.

Nebenwirkungen

Kümmelzäpfchen sind in der Regel gut verträglich. Gerade die Präparate, die für Babys und Kleinkinder angeboten werden, sind wegen der äußerst geringen Dosierung der Wirkstoffe weitestgehend unbedenklich. Es kann aber gelegentlich zu leichten Nebenwirkungen wie Durchfall oder Übelkeit kommen. Bedenklicher sind allergische Reaktionen, bei denen ärztlicher Rat in jedem Fall erforderlich ist.

Das kannst Du noch tun

Viele Eltern schwören auf Kümmelzäpfchen, wenn die Verdauung oder der Stuhlgang ihrer Kleinen nicht so ist, wie sie es erwarten. Auch wenn die Dreimonatskoliken besonders unangenehm werden, sollen die Zäpfchen helfen. Andererseits haben manche Zweifel an der Wirksamkeit der homöopathischen Präparate.

Wenn Dein Baby Verdauungsbeschwerden hat, Du ihm aber kein Kümmelzäpfchen verabreichen willst, gibt es einige Alternativen. So kannst Du ihm beispielsweise mit dem Fläschchen Kamillen- oder Fencheltee zu trinken geben – der sollte dann aber auf Zimmertemperatur abgekühlt sein. Auch eine Bauchmassage kann oft schon helfen. Als Medikamente kommen außerdem Mittel mit dem Wirkstoff Simeticol in Frage. Der soll dazu beitragen, dass sich die Gasblasen, die den Bauch aufblähen, auflösen.

Kümmelzäpchen – FAQ

Ab wann kann man einem Baby Kümmelzäpfchen verabreichen?

Kümmelzäpfchen sind für Kinder ab dem Alter von drei Jahren verfügbar. Bei jüngeren Kindern sollte man das Zäpfchen halbieren. Es gibt jedoch auch Präparate, die nicht halbiert werden müssen.

Wie oft kann man einem Baby Kümmelzäpfchen verabreichen?

Die empfohlene Menge liegt bei zwei Dosen pro Tag, also zweimal ein halbes oder ein ganzes Zäpfchen, je nach Präparat und Alter des Kindes.

Wie wirken Kümmelzäpchen bei Babys?

Kümmelzäpfchen sollen bei Babys durch die enthaltenen ätherischen Öle wirken, insbesondere durch das Carvon. Diese ätherischen Öle haben entkrampfende und entzündungshemmende Eigenschaften, die helfen können, die Darmmuskulatur zu entspannen und die Darmpassage zu beschleunigen. Die meisten Präparate für Babys sind jedoch homöopathisch und enthalten keine nachweisbaren Mengen des Wirkstoffs.

Quellen

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